„Unser Landkreis. Freier. Besser." FDP Northeim legt Wahlprogramm zur Kreistagswahl vor
v.l.n.r.: Christian Grascha, Dr. Marion Villmar-Doebeling, Torge Gipp
Der FDP-Kreisverband Northeim hat sein Programm zur Kreistagswahl am 13. September 2026 unter dem Titel „Unser Landkreis. Freier. Besser.“ vorgelegt. Für den Kreistag kandidieren 56 Frauen und Männer aus dem gesamten Landkreis.
Im Mittelpunkt steht das Ziel, den Landkreis wieder als Wachstumsregion zu denken – mit dem Maßstab Arbeitsplätze und Ausbildungsplätze vor Ort. Die Wirtschaftsförderung Region Göttingen Northeim soll zu einem echten One-Stop-Shop für Investoren, Gründer und Bestandsunternehmen ausgebaut und ein „Genehmigungsturbo-Team“ aus Landkreis, Kommunen und WRGN eingerichtet werden. Strategische Entwicklungsareale sollen gemeinsam mit den Kommunen vorbereitet und als Standortpaket mit Glasfaser, 5G und Verkehrsanbindung gedacht werden. Die Nähe zum Wissenschaftsstandort Göttingen will die FDP über Transferformate, Reallabore und die Einbindung regionaler Start-up-Strukturen stärker für Ausgründungen und Arbeitsplätze im Landkreis nutzen. In der Haushaltspolitik fordert die FDP eine jährliche Aufgabenkritik, die Offenlegung von Folgekosten bei neuen Ausgaben sowie ein verständliches Haushaltsreporting; die Kreisumlage soll möglichst stabil bleiben.
Bei der Mobilität stehen Rufbusse und On-Demand-Verkehre dort, wo sie nachweisbar Lücken schließen, die Sicherung und der nachfragegerechte Ausbau der Nachtverbindungen nach Göttingen sowie der systematische Erhalt der Kreisstraßen im Vordergrund. Im Naturschutz setzt die FDP auf freiwillige Kooperation mit Land- und Forstwirten, Anglern, Jägern, Eigentümern und Verbänden.
Kreisvorsitzender Torge Gipp:
„Dieses Programm ist nicht am Schreibtisch eines Einzelnen entstanden, sondern in intensiver Arbeit in mehreren Arbeitsgruppen – mit Menschen, die in ihren Themen zu Hause sind. Das merkt man dem Ergebnis an: Da steht Konkretes, an dem man uns in fünf Jahren messen kann. Sanierungsprüfung aller Kreisschulen bis 2027, eine jährliche Aufgabenkritik im Haushalt, veröffentlichte Bearbeitungszeiten in der Verwaltung. Dazu gehört auch, dass Entscheidungen des Landkreises nachvollziehbar sind. Transparenz ist keine Zugabe, sondern die Grundlage dafür, dass Bürgerinnen und Bürger Politik überhaupt beurteilen können.“
Kreisvorsitzende Dr. Marion Villmar-Doebeling:
„Bildung entscheidet über Freiheit. Wer gut ausgebildet ist, kann sein Leben selbst gestalten – unabhängig von Herkunft, Wohnort oder Elternhaus. Deshalb halten wir am gegliederten Schulsystem fest: Unterschiedliche Kinder brauchen unterschiedliche Wege. Und deshalb nehmen wir das ernst, was der Landkreis als Schulträger unmittelbar verantwortet – Gebäude mit Farbkonzept, Ausstattung, stabiles WLAN. Wir wollen alle Kreisschulen bis 2027 auf Sanierungsbedarf prüfen und einen Investitionsplan beschließen, statt Sanierungsstau zu verwalten. Genauso wichtig ist der Anfang: Wer früh sprachlich gefördert wird, startet später nicht mit Rückstand. Und am Ende der Schulzeit müssen Jugendliche wissen, welche Chancen direkt vor ihrer Haustür liegen – Berufsorientierung ist bei uns Bildungs- und Standortpolitik zugleich.“
Christian Grascha, Fraktionsvorsitzender der FDP im Kreistag:
„Wachstum ist für uns kein Selbstzweck, sondern die Voraussetzung für Arbeitsplätze, Ausbildungsplätze und einen Haushalt, der ohne immer neue Belastungen auskommt. Wer Unternehmen kürzere Genehmigungsverfahren und verfügbare Flächen bietet, sichert Beschäftigung im Landkreis und stärkt zugleich die Einnahmebasis des Kreises. Umgekehrt gilt: Steigende Ausgaben sind kein Beweis für bessere Politik. Der Landkreis muss priorisieren, Aufgaben regelmäßig überprüfen und Folgekosten offenlegen – das schützt kommende Haushalte vor Lasten, über die heute niemand spricht. Und wir nehmen das Land in die Pflicht: Wer Aufgaben bestellt, muss sie auch bezahlen.“